PUPPEN

Vom American Girl zum Persil Gritli; Ein Querschnitt aus 100 Jahren Puppengeschichte wird sichtbar

SHIRLEY TEMPLE


Sie tanzt und singt und erobert mit ihrer Naivität die Herzen der Menschen. Shirley Temple ist das Findelkind Ching-Ching zwischen China und Amerika in William A. Seilers „Sonnenscheinchen“ (1937), sie ist die Priscilla in John Fords „Rekrut Willie“ (1937) und die „Heidi“ (1937) bei Allan Dean, als angehender Star neben Romdolph Scott in Allan Diwans „Shirley auf Welle 303“ (1937).
Shirley Temple besucht die Westlake School der Girls. Mit vier Jahren spielt sie in einer parodistischen Kurzfilmserie für Educational Pictures mit. Popularität erlag sie durch ein Lied in Mc Fadens Stand up and Cheer. 1934 macht Fox mit ihr einen Vertrag. Im gleichen Jahr erhält sie schon einen Spezial Oscar.
42 Spielfilme hat sie gedreht, als sie 21 Jahre alt ist, zehn Jahre lang zählt sie zu den zehn zugkräftigsten Kassenstars Hollywoods und die Serienprodukte - Herstellungskosten nicht mehr als 300 000 Dollar - bringen der amerikanischen Fox Millionengewinne: Kinderstar Shirley Temple ist ein Stück amerikanischer Traum und Wirklichkeit. Ihr Konterfei verziert Shampoo, Seifen- und Waschmittel-Verpackungen, die Shirley Temple-Puppe ist ein wichtiges Requisit in jedem amerikanischen Haushalt, vor allem aber verkörpert sie das gute Gewissen der Vereinigten Staaten.

KÄTHE KRUSE PUPPEN


Puppen waren zwar längst nichts Neues, aber Kruses Machart, weich, biegsam und lebensecht, unterschied sich von den bisher dagewesenen. Die Teilnahmen an internationalen Puppenausstellungen brachte Käthe Kruse einige Preise ein, etwa in Florenz die „Grosse goldene Medaille“, sowie den jeweils ersten Platz in Frankfurt und Breslau. Zwei Aufträge aus den USA, einer über 150 Stück von FAO Schwarz aus New York, der andere kurze Zeit später über 500 Puppen, erforderten eine eigene Werkstatt mit Angestellten. Die Familie zog 1912 von Berlin nach Bad Kösen, wo in Zukunft die bald weltberühmten Puppen in Handarbeit gefertigt wurden. Diese Handarbeit war für sie nach wie vor von großer Bedeutung.

SABA FIGUREN


Gelenkpuppen aus Metall mit austauschbaren Köpfen, Händen, Füssen und mit verschiedenen Kleidern. Die Köpfe, Hände und Füsse wurden aus Roggenmehl, Gipspulver und Holzstaub angefertigt. Bis zu 166 verschiedene SABA-Figuren wurden produziert. Für die Bekleidung wurde Filz verwendet. Die Charakteren-Vielfalt war sehr gross: von Komikern und Filmschauspielern über Clowns, Berufsleute und Sportler bis hin zu Polizisten, Boxer und Charakterfiguren wie Charlie Chaplin, Max und Moritz, Pinocchio usw. wurden hergestellt.

GLOBI


2012 feierte Globi seinen 80. Geburtstag. Globi ist eigentlich eine Werbefigur des Warenhaus Globus. Sein Geburtsdatum: 24. August 1932. Gealtert hat er nicht. Längst ist er zur Kultfigur geworden. Generationen von Kindern sind mit seinen Streichen aufgewachsen. Globis Abenteuer sind Bestseller. Etwa 7 Millionen Bücher und 2,6 Millionen Tonträger wurden bis heute verkauft. Dieser Erfolg spricht für sich. Und macht neugierig. Was macht die Faszination der Figur aus? «Ich weiss etwas, das zeig ich Euch, kommt alle in mein lustig Reich» Mit diesen Worten nahm der Held in seinem ersten Buch die Kinder mit auf Weltreise. «Globi führt die Kinder immer in Welten - die können real sein wie die Polizei, die Post, der Nationalpark oder die Feuerwehr››, sagt
Globi-Verlagsleiterin Gisela Klinkenberg. «Sie können aber auch fantastisch sein wie im Märchenreich oder im Abenteuer auf dem Meeresgrund» Globi ist selber ein Kind, ein Kind seiner Zeit. 1932 herrscht Wirtschaftskrise. Die Leute sind arm, sie kaufen wenig. lgnatius Karl Schiele, frlschgebackener Reklamechef beim Warenhaus Globus, möchte die Klientel wieder ins Haus bekommen. Und denkt dabei voraus. «Die Kinder sind die Kunden von morgen» sagt er sich, «sie gilt es zu gewinnen.» Schiele ist dabei, die Feierlichkeiten für das 25-Jahr-Jubiläum von Globus vorzubereiten. Es soll ein Kinderfest werden. So verwandelten sich die funf Globus-Filialen für vierzehn Tage in Kinderparadiese vom Parterre bis zum Dachstock. Schiessbuden, Briefmarkenbörsen, eine Puppenschneiderei, Geschicklichkeitsspiele und Glücksfischen verzückten die Jungsten. Das Ganze lief unter dem Patronat eines Festonkels, eines Maskottchens. Reklamechef Schiele dachte sich eine Figur aus, mit der das Haus werben und sich jedes Kind identifizieren konnte. Er engagierte einen Zeichner. Der hiess Robert Lips, war erst 19-jährig und bereits ein begnadeter Karikaturist. Nach harten Diskussionen und Dutzenden Entwürfen war das Werk vollbracht.

PERSIL GRITLI


Eine Puppe macht Werbung – das gab es schon öfter. Da gab es "Sternchen und Schnuppe" aus der Zeitschrift "Stern", die in den 1950er Jahren als Tortulon-Puppen durch die Firma Schildkröte Gestalt bekamen, oder Lurch, den beliebten Gummi-Salamander. Die Figur des Gritli nun, eroberte im Sturm die Herzen der Schweizer.

Persil, wer kennt es nicht? 1907 entwickelt von Henkel, das „PER“ aus Wasserstoffsuperoxid und das „SIL“ aus Natriumsilikat ergaben den Namen. Mit der Herstellung und dem Vertrieb des Waschmittels in der Schweiz entstand auch der Bedarf nach Werbung für das Produkt. Für die Werbekampagne engagierte die Firma Henkel den bereits vielfach bekannten inländischen Werbegrafiker Donald Brun. 1909 in Basel geboren, war er in der Zeit von 1933 bis 1977 als Berufsgrafiker tätig. Lange bevor man sich die heutigen Möglichkeiten der digitalen Bildverarbeitung in seiner kühnsten Fantasie überhaupt ausmalen konnte, gestaltete Donald Brun mit Hilfe der damaligen Druckverfahren – der Farb-Lithografie (Steindruck) – künstlerisch hochwertige und hoch werbewirksame Plakate. Das Persil-Gritli war Ausdruck seines individuellen Stils, fast an eine Comic-Darstellung erinnernd. Wie gern sie von der Zielgruppe – der Schweizer Bevölkerung – angenommen wurde, zeigt der ihr liebevoll geschenkte Kosename: Persil-Gritli.

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